Ein Hauch Italien in Tokyo
Nach all den Ramen, Sushi & Co. hatten wir Lust auf etwas Abwechslung und wollten uns ein feines italienisches Nachtessen gönnen. In einer Grossstadt wie Tokio sollte das ja kein Problem sein. Dachten wir zumindest.
Als wir beim Restaurant unserer Wahl ankamen, war dieses allerdings bereits restlos ausgebucht. Was nun? Reto entdeckte online ganz in der Nähe eine Alternative. Dort angekommen, waren wir uns aber nicht so sicher, ob wir wirklich richtig waren. War das überhaupt ein Restaurant oder doch eher eine Bar? Und wurde hier tatsächlich italienisch gekocht?

Ein Gast, der das Lokal gerade verliess, schwärmte uns jedoch von der hervorragenden Küche vor. Das überzeugte uns, und so nahmen wir kurzerhand am Tresen Platz. Das Lokal war winzig: eine Handvoll Sitzplätze an einer Bar und dahinter, ganz am Ende des Raums, die vermutlich kleinste Küche der Welt. Der Koch, gleichzeitig auch unser Gastgeber, sprach praktisch kein Wort Englisch, und die Speisekarten waren ausschliesslich auf Japanisch verfasst. Die Verständigung wurde damit zur nächsten kleinen Herausforderung. Dank unserer digitalen Helfer gelang es uns schliesslich aber doch, unsere Bestellung aufzugeben.
Während wir genüsslich an einem Glas Prosecco nippten, legte der Koch in seiner Miniküche mit vollem Einsatz los. Wir waren inzwischen die einzigen Gäste und konnten ihm aus nächster Nähe bei der Arbeit zusehen.
Und dann kam die Pasta! Wunderbar dampfend direkt aus der Pfanne, unglaublich fein und begleitet von einem ausgezeichneten italienischen Rotwein. Wir waren im siebten Himmel.


Was als kleine Enttäuschung vor einem ausgebuchten Restaurant begonnen hatte, wurde zu einem der schönsten kulinarischen Erlebnisse unserer Japanreise. Manchmal sind es eben gerade die ungeplanten Entdeckungen, die am längsten in Erinnerung bleiben.

Ein winziges Restaurant, ein leidenschaftlicher Koch und ein unvergesslicher Abend mitten in Tokio.



Kommentare